Historische Vereinigung Wynental

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2007 by webFormat
aktualisiert: 05.01.2016

   Zeitungsartikel / Ohne Wahlerfolg ins Bundeshaus

   Wynentaler Blatt, 11.11.11

Reinach: Exkursion der Historischen Vereinigung Wynental

Das Berner Bundeshaus bedeutete für viele Politikerinnen und Politiker diesen Herbst ein begehrtes oder anvisiertes Ziel. Nur als Besichtigungsobjekt lockte es die HVW-Mitglieder in unsere Bundeshauptstadt. Einen Anziehungspunkt bildete zudem das unweit davon gelegene Medienzentrum.

wf. Die zur Tradition gewordene Herbst-Exkursion der Vereinigung wurde zufolge Sessionstermin und Wahlen auf einen etwas späten Zeitpunkt angesetzt. Trozdem folgten der Einladung nach Bern rund 40 Personen, um bei einer zirka einstündigen Führung einen Einblick in das 1902 fertig gestellte Parlamentsgebäude zu gewinnen.
Die auf verschiedenen Wegen angereisten Mitglieder versammelten sich nachmittags auf der Bundesterrasse, genossesn von dort eingangs einen bekannt herrlichen Ausblick auf die Stadt und bis hin zu den Alpen, die sich zwar nich in der vollsten Pracht den Wynentalern präsentierten.
Unter der kundigen Führung durch Yves Bäriswyl wurde die Besucherschar aus interessierten Frauen und Männern durch die "Curia confederationis Helveticae" geführt, wie das 1894 bis 1902 erstellte Parlamentsgebäude auf Deutsch übersetzt heisst. Von dem Sprecher war zu erfahren, dass die Leitung des mehr als hunderjährigen Baus damals in den Händen des St. Galler Architekten Hans Wilhelm Auer gelegen hatte, 173 Firmen und 33 verschiedene Künstler aus der Schweiz bei dessen Erstellung beteiligt waren. Die dabei verwendeten Materialien stammten zum weitaus grössten Teil aus verschiedenen Teilen der Schweiz, um damit die Vielfalt unseres Landes und seiner Bevölkerung zu symbolisieren.
Viele Figuren, überlebensgrosse Plastiken, stünden in einem bestimmten Zusammenhang mit der Schweizer Geschichte, wusste er die Kunstwerke entsprechend zu deuten. In der Eingangshalle mit den monumentalen Treppenaufgängen fiel den staunenden Betrachtern vor allem auch die markant vergrösserte Geographiekarte auf, welche als topographischer Atlas der Schweiz (im Massstab 1:100) 1848 auf Befehl der eidgenössischen Behörden geschaffen wurde und als besonderer Blickpunkt den Raum dominierte.
Jüngere Jahrgänge wandten sich mehr dem manipulierten Kasten mit den farbigen Lichten zu, wo mit einem Quiz "Bern entdecken" die Bundeshauptstadt ins Blickfeld gerückt wurde.

Exkursion ins Bundeshaus: die Mitglieder der Historischen Vereinigung Wynental erlebten einen interessanten Nachmittag (Bild: wf.)
Exkursion ins Bundeshaus: die Mitglieder der Historischen Vereinigung Wynental erlebten einen interessanten Nachmittag (Bild: wf.)

Entdeckungsreise Kuppelhalle
Über die teppichbelegten Stufen langte dei Wynentaler Reisegesellschaft in der Kuppelhalle an, die eigentlich ein nationales Denkmal darstellt und nach ihrem Grundriss entsprechend ein Schweizerkreuz beinhaltet. Auf die vielen Einzelheiten eingehend, erklärte Bäriswyl die Symbolik der Darstellungen, wo erst einmal die drei Eidgenossen auffielen, geschaffen vom Genfer Künstler James André Vibert. "Sie wiegen zusammen 24 Tonnen und verkörpern den Rütlischwur von 1291", gab er dazu seine Erklärung weiter. Vom gleichen Künstler stammten die vier Landsknechte auf den Treppenpfosten, welche die vier Landessprachen repräsentieren.
Es gab viel zu sehen und zu bestaunen, was hier die symoblträchtige Kuppelhalle noch zu bieten hätte... in den Nischen, in der klassischen Ehrenloggia, auf einem Gipsrelief, welches eine Szene aus Schillers Wilhelm Tell festhält. In den vier grossen Bogenfenstern unter der Kuppel hatten sich vier Künstler mit ihren Glasmalereien verewigt und damit auf die vier wichtigsten Erwerbstätigkeiten oder Industrien unseres Landes hingewiesen. Im Zenit der Glaskuppel prangte das Schweizerkreuz-Mosaik, rund herum angeordnet 22 Wappenscheiben (der damals existierenden Kantone). Der Rundgang mit der konzentrierten Symoblik vermittelte ein Stück Landes- und Geschichtskunde... vielleicht auch nur zur Repetition oder Auffreischung. Herauszuspüren war bei dieser Betrachtung die nach dem Ende des Sonderbundkrieges erfolgte Aufbruchstimmung bei den beteiligten Schweizer Künstlern.

National- und Ständerat
Was in der älteren und jüngeren Vergangenheit so viel Begehrlichkeit geweckt hatte, konnten nun die BesucherInnen aus dem Aargau aus der Nähe wahrnehmen: Die Säle von National- und Ständerat, wo sonst die 200 oder 46 Gewählten zusammenkommen, sie wurden vom Exkursionsleiter mit den verschiedenen baulichen und technischen Details in den "Heiligen Hallen" bekannt gemacht, wo wichtige Entscheide für unser Land gefällt wurden und immer wieder werden. Im Jahre 1979 musste für den neu gegründeten Kanton Jura auf der Westseite des Saales unter den Diplomatentribünen Platz für seine zwei Ständeräte geschaffen werden. Über den zwei neu geschaffenen Plätzen hängt das Bronze-Relief - auch symbolhaft - "das Erwachen des Vokes", geschaffen vom Solothurner Künstler Camillo Huber. An der hinteren Wand des Saales befinden sich die 44 Sitzplätze der andere Ständeräte, wenn die Vereinigte Bundesversammlung zusammentritt. Über diesen Sitzgelegenheiten grüssen Schnitzereien von einheimischen Blumen die Sitzlehnen.

Nebenräume und Wandelhalle
Nicht zugänglich war das Sitzungszimmer des Bundesrates, jedoch die Wandelhalle (wo nach Aussage des Srpeches öfters auch wichtige Diskussionen und Abmachungen stattfänden). Im Halbrundbogen der "Meinungs-Beeinflussungshalle", wo auch die Neujahrsempfänge stattfinden, waren die Deckenbilder des Tessiner Malers Antonio Barzaghi-Cattaneo zu bewunder. Er hat darin die sechs wichtigsten Staatstugenden festgehalten, dazu weitere Aspekte des Landes der damaligen Zeit verewigt.

Gang über die Strasse
Schräg gegenüber des Bundeshauses öffneten sich durch den neu zum Chefredaktor-Stellvertreter von der az Aargauer Zeitung ernannten Philipp Mäder die gut gesicherten Türen des Medienzentrums. Durch ihn erhielten die Bern-Besucher einen interessanten Einblick in eine Sphäre, die ihnen vielleicht nur durch Fernsehbilder ein wenig bekannt ist. Nun konnten sie einmal hinter die Kulissen einer wichtigen "Medien-Landschaft" schauen und durch den Vortragenden viel Wissenswertes über Geschehen und Hintergründe im und ums Medienzentrum erfahren... und manchmal auch schmunzeln, wenn der kurzweilig Erzählende ein Müsterchen aus dem Alltag dieser Nachrichtenzentrale preisgab.

Nachklang in der Markthalle
Etliche Angereiste machten sich nach diesem Doppelrundgang nicht gleich auf den Heimweg. In der bahnhofnahen Markthalle konnten über das Erlebte - oder auch über persönliche Angelegenheiten - am gemeinsamen Tisch Gedanken und Ereignisberichte ausgetauscht werden. Auf die Heimreise konnten alle einen gehaltvoll ausgefüllten Samstagnachmittag mit auf den Rückweg nehmen, - von einer gut organisierten Herbstexkursion.