So, 29. Dezember 2002, Peter Steiner
Bär (Menziken)
Uli Bär kam als Knecht nach Menziken, möglicherweise auf den Hof von Peter Merz. Jedenfalls heiratete er im Frühjahr 1602 dessen Tochter Maria. Die Ehe stand jedoch unter einem schlechten Stern. Marias Mutter hatte sich für ihre Tochter eine bessere Partie vorgestellt. Sie musste sich vor dem Reinacher Chorgericht verantworten, weil «sy sich letz gstelt, drum das ire tochter ein armen dienstknecht gnommen» und weil sie dem jungen Paar gewünscht hatte, dass es «kein glük angange». Ausweichend beklagte sie sich, es bereite ihr viel Kummer, dass sie das Mädchen doch erzogen habe und es ihr jetzt «nit volge» (nicht gehorche). Maria hatte Uli offensichtlich gegen den Willen der Mutter geheiratet, ob aus echter Zuneigung oder nur, weil sie bereits ein Kind von ihm erwartete, bleibt offen.
Wappen der Bär von Menziken
Den Ausgang des Ehestreites kennen wir nicht. Uli Bär kehrte nach Menziken zurück; Kinder aber kamen keine mehr zur Welt. Ob er von seiner Frau geschieden wurde oder ob sie starb, ist nicht überliefert. 1612 ging Uli mit Anna Hediger eine neue Ehe ein. Sie brachte ihm mehr Glück und gebar ihm im Laufe der Jahre fünf Kinder. Der Fortbestand des Bär-Geschlechts in Menziken war damit gesichert.
Ulis Nachkommen waren in der Wassergasse ansässig, die heute Kirchgasse heisst. Im 18. Jahrhundert waren dort mindestens drei Häuser von Bär-Familien besetzt. Während die Bär in Menziken eine Bleibe für die Dauer gefunden hatten, erlosch das Geschlecht in Gontenschwil, Zetzwil und Oberkulm schon im früheren 17. Jahrhundert wieder.