So, 19. Oktober 2003, Peter Steiner
Diriwächter (Safenwil)
Auf die Lösung kommt man rasch, wenn man in den Quellen nach den früheren Namensformen sucht. Der Stammvater Uli Diriwächter wird erstmals 1701 in Safenwil genannt, und zwar in der Form «Deirwächter». Da ist man noch nicht viel klüger. Aufschlussreicher sind die Formen «Thyrwächter» und «Dürrwächter» aus späteren Einträgen. Der namengebende Urahne der Diriwächter-Familie war also schlicht und einfach ein Türwächter, eine Person, welche irgendwo eine Türe, einen Eingang zu einem wichtigen Gebäude zu beobachten hatte. Das sich mit der Zeit im Namen durchsetzende «Dyri» oder «Diri» lässt darauf schliessen, dass die zu bewachende Türe nicht sehr gross war, nur ein Türchen oder auf berndeutsch «es Türi».
Uli Türwächter oder Diriwächter stammte aus Zuzwil im bernischen Kirchspiel Jegenstorf. Was ihn zur Übersiedlung nach Safenwil bewog, wissen wir nicht. Doch kaufte er dort im Sommer 1701 zum Preis von 3000 Gulden und 2 Malter Korn ein Haus mit 9 Mannwerk Baumgarten, 7 Jucharten Weideland und 5¾ Jucharten Ackerland. Er muss damals bereits mit seiner Frau Barbara Wysseggger verheiratet gewesen sein. In Safenwil brachte diese lediglich zwei Kinder zur Welt: 1702 die Tochter Anna und 1711 den Sohn Hans, der vermutlich zum Stammhalter wurde.
Das Diriwächter-Wappen ist ein sogenanntes sprechendes Wappen. Das Horn jedenfalls entspricht zweifellos dem Instrument, mit dem der Wächter Alarm blasen konnte.
Wappen der Diriwächter von Safenwil
Als Bürgerort für die Diriwächter-Familie gilt heute in der Schweiz einzig Safenwil. Am Ursprungsort Zuzwil ist der Name längst erloschen. Auch im übrigen Kanton Bern kommt er in keiner Form mehr vor, es sein denn, der in Wohlen bei Bern bezeugte Name Thierwächter wäre gleichen Ursprungs und ebenfalls aus einer falschen Umdeutung entstanden.