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Die Kiener sind ein altes Geschlecht, das sich früh in den Kantonen Bern und Luzern ausbreitete. Ob alle Familien eines Stammes sind, dürfte schwer nachzuweisen sein. Im Amt Willisau soll der Name schon im 14. Jahrhundert vorgekommen sein. Seit dem 16. Jahrhundert treffen wir ihn auch im Michelsamt. Ein alt Untervogt Jacob Kiener gehörte 1564 dem Gericht zu Gunzwil an; ein Wilhelm Kiener war 1629 Wirt in Neudorf. Noch im 16. Jahrhundert drang das Geschlecht auch in den Aargau vor: nach Zofingen, wo Cuonrat Kiener 1528-1533 als Gerichtsmitglied bezeugt ist; ins Ruedertal, wo Jacob Kiener 1546 in Walde lebte; vor allem aber nach Beinwil, wo sich das Geschlecht für längere Zeit festsetzte. Im Falle von Walde und Beinwil dürfte die Zuwanderung aus dem nahen Luzernbiet erfolgt sein. Im Dorf am Hallwilersee war ein Jost Kiener schon 1512 Bürge für seinen Mitbürger Johannes Hintermann, der für das Stift Beromünster den Beinwiler Heuzehnten einsammelte. Vor seinem Tod vermachte Jost der Kirche Pfeffikon - vor der Reformation auch für Beinwil zuständig - eine Jahrzeitstiftung von 1 Pfund. In den 1550er Jahren wohnten schon drei Kiener-Familien in Beinwil, die von Hans, von Ulrich und von Grosshans. Ausser unter dem eigentlichen Familiennamen traten sie auch unter dem Zunamen Heltschi auf. Nicht nur in Gunzwil und in Zofingen gehörten die Kiener als Amtsträger zur Oberschicht, sondern ebenso in Beinwil. 1576 war Hans Kiener dort Untervogt.

| Um die Wende zum 17. Jahrhundert wurde der Grundstein für den Kiener-Zweig im Wynental gelegt. Fridli Kiener von Beinwil heiratete 1598 mit der Gontenschwilerin Verena Peter. Das erste Kind brachte das Paar 1599 von Gontenschwil aus zur Taufe, zwei weitere 1601 und 1603 von Beinwil aus. Dann aber liess es sich difinitiv in Zetzwil nieder, erwarb dort zweifellos ein Bauerngut. 1626 vertauschte Fridli sein Haus interessanterweise gegen das eines Zetzwiler Mitbürgers und wohnte fortan «an der Strasse nach Äsch», also wohl an der Strasse Richtung Wandfluh-Leutwil-Dürrenäsch. Im übrigen leitete er zusammen mit einem Kollegen als Geschworener die Gemeinde Zetzwil (1627/28), gehörte also wie seine Vorfahren zu den führenden Leuten im jeweiligen Dorf. |
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Wappen der Kiener von Zetzwil |

Das Geschlecht vermochte diese Stellung in Zetzwil längere Zeit zu behaupten. Ein Nachkomme Fridlis war 1684-1687 wiederum Geschworener, ein anderer 1718-1737 sogar Untervogt des grossen Gerichts Trostburg. Ergänzt sei, dass seit dem 17. Jahrhundert Kiener-Familien auch im Wilhof bei Birrwil sesshaft waren. Im 18. Jahrhundert bildeten sie von dort aus einen «Ableger» in der Bodenrüti im Ruedertal. In der Zwischenzeit sind die Zweige in Beinwil, im Wilhof und in Rued längst erloschen. In Zetzwil aber hat sich das Geschlecht bis heute gehalten.
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