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Die Hunziker von Leimbach und Gontenschwil sind eines Stammes. Die in der Geschichte der alten Gontenschwiler Familien geäusserte Vermutung, der Stammvater der Hunziker im Geisshof sei direkt von Leerau zugezogen, muss korrigiert werden. Doch alles schön der Reihe nach!

| Ursprungsort des weit verzweigten Aargauer Geschlechts Hunziker ist bekanntlich der Weiler Hunziken oberhalb Geuensee im luzernischen Suhrental. Früh, teils noch im Mittelalter, wanderten zahlreiche Abkömmlinge aus der Kleinsiedlung talabwärts und liessen sich in Reitnau, Attelwil, Leerau, Staffelbach, Schöftland, Muhen, ja in der Stadt Aarau nieder. Ein eigentliches Hunziker-Zentrum wurden Kirch- und Moosleerau, besonders letzteres. Die Hunziker entwickelten sich hier rasch zum Hauptgeschlecht. Nach 1600 zählte man in den beiden Leerau zusammen schon rund 20 Hunziker-Familien. Eine war die von Melchior Hunziker in Moosleerau, der in seinem Dorf auffallenderweise unter zwei verschiedenen Zunamen bekannt. war, als Hentzman und als Hegis Sohn. |
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Wappen der Hunziker von Moosleerau |

Unter seinen Nachkommen hielt sich nur der zweite Name, Hegi. Im übrigen ist er für unsere kurze Hunziker-Geschichte die Schlusselfigur. In einem Leimbacher Häuser-Verzeichnis von 1647 erscheint nämlich neben fünf andern Hausbesitzern «Melcher Huntzigker genannt Heggi von Lerauw». Dieser war mit dem eben genannten Moosleerauer identisch.


Wappen der Hunziker von Leimbach |
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Das entscheidende Dokument, das uns den genauen Zusammenhang zwischen dem Hegi-Hunziker-Zweig in Moosleerau und dem Hunziker-Geschlecht in Leimbach vor Augen führt, liegt im Gemeindearchiv Schlossrued. Wieso gerade dort? Die Erklärung ist einfach: Die Herren auf dem Schloss Rued waren nicht nur im Ruedertal Gerichtsherren, sondern auch in Leerau. Handänderungen von Leerauer Liegenschaften wurden daher im Rueder Gerichtsmanual protokolliert. Aus einem Eintrag des Jahres 1653 geht dort folgendes hervor: Melcher Hunziker, «der alt Hege» genannt, besass zwei Bauernhöfe, einen in Moosleerau, einen in Leimbach. Altershalber überliess er den Besitz nun seinen Söhnen, die eine Teilung vornahmen. |

Uliman (genauer, weil er bereits verstorben war, dessen Söhne), Melcher junior und Lux (Lucas) aus des Vaters erster Ehe übernahmen das Gut in Leerau, Hans und Fridli aus der zweiten Ehe den Hof in Leimbach. Die Töchter wurden ausbezahlt. Die Sache mit dem Leimbacher Hof hatte eine Vorgeschichte. Schon 1593/1607 sass ein Fridli Hunziker von Leerau auf vermutlich dem gleichen Bauerngut. Es dürfte sich um einen Onkel von Melcher gehandelt haben. Da Fridli offenbar keine männlichen Nachkommen hatte, fiel der Hof nach seinem Tod wohl an den Neffen. Dessen Sohn, Lux Hegi oder Lux Hunziker, bewirtschaftete ihn seit spätestens 1643. Sein Stiefbruder Hans übersiedelte 1647, nachdem er noch in Leerau geheiratet hatte, ebenfalls nach Leimbach. Nach dem Teilungsvertrag von 1653 kehrte Lux nach Moosleerau zurück; Hans blieb in Leimbach, und zu ihm gesellte sich sein Bruder Fridli. Hans starb aber noch im gleichen Jahr. Vater Melchior, der wahrscheinlich nie in Leimbach gewohnt hatte, wurde im Februar 1655 in Moosleerau begraben. Fridli nahm darauf die Mutter zu sich nach Leimbach.

| Und die Hunziker im Geisshof? Auch für ihre Abstammung lässt sich der Schlüssel finden. Von den beiden Brüdern in Leimbach begründete dort nämlich nur Fridli mit Hilfe von drei Söhnen einen dauerhaften Zweig. Der Sohn des früh verstorbenen Hans hingegen; Melchior, 1648 in Leimbach geboren, heiratete zwar 1677 von dort aus mit Verena Bolliger vom Hof Rechten und brachte ein erstes Kind im folgenden Jahr noch in Reinach zur Taufe. Kurz danach aber übersiedelte er in den Geisshof. Wie schon im Gontenschwiler Familienbuch erwähnt, erwarb er nach einigen Jahren das Gontenschwiler Bürgerrecht. Die Hunziker in Leimbach dagegen wurden 1751, als der Steckhof aufgehoben wurde, zur Bürgern der neu geschaffenen Gemeinde. Dazu behielten sie aber ihr altes Bürgerrecht von Moosleerau. |
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Wappen der Hunziker von Gontenschwil |

Wie sie es geschafft hatten, dieses über ein Jahrhundert zu bewahren, ist vorderhand ein Rätsel. Etwas zweites blieb den Hunziker-Familien sowohl in Leimbach wie im Geisshof bis in neueste Zeit und belegt ihre gemeinsame Abstammung: der alte Zuname Hegi.
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