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aktualisiert: 14.07.2009

   Genealogie / Hintermann

   Beinwil am See (Autor: Peter Steiner) download PDF (22KB)  

Der Name ist wohl vom Wohnsitz eines Urahnen abgeleitet, der hinten in einem Dorf lebte. Im Kanton Glarus gibt es das Gegenstück, den Familiennamen Vordermann.
Die Hintermann sind eine der ganz alten Familien von Beinwil, die sich dort schon im ausgehenden Mittelalter niederliessen. Woher sie kamen, ist nirgends festgehalten. Wenn wir aber nachprüfen, wo ausser in Beinwil es heute «Hintermänner» gibt, fällt die starke Verbreitung des Namens im Kanton Zürich auf, während er in andern Kantonen gar nicht vertretren ist. Daher besteht eine starke Wahrscheinlichkeit, dass die Beinwiler Hintermann von dort stammten.
Die erste quellenmässige Erwähnung des Namens in Beinwil fällt ins Jahr 1500. Da gleich zwei Familienglieder auftauchen, Grosshans und Kleinhans Hinderman (so die damalige Schreibweise), muss die Familie schon eine Weile dort gewohnt haben. Die beiden waren vermutlich Brüder. Sie werden in einem Zehntrodel des Stifts Beromünster genannt, dem Beinwil zehntpflichtig war. Grosshans pachtete damals den Heuzehnten in Beinwil, Kleinhans stellte sich als Bürge für den Pächter des Getreidezehnten zur Verfügung. Auch in den folgenden Jahren werden die beiden im Zusammenhang mit Zehntpachten in Beinwil und Nachbardörfern erwähnt. Es handelte sich bei ihnen zweifellos um wohlhabende Bauern.

Einen interessanten Beitrag zur Frühgeschichte der Beinwiler Familie liefert das Jahrzeitenbuch der Kirche Pfeffikon. Es wurde erst im Jahr 1574 angelegt, listet aber alle Vergabungen aus früheren Zeiten mit den jährlich eingehenden Zinsen auf. Leider sind sie, wie in Jahrzeitenbüchern üblich, undatiert. Am 6. April wurde jeweils die Jahrzeit des Grosshans Hinterman von Beinwil fällig, der für sein Seelenheil und das seiner Ehefrau Margret ein Mütt Kernen ewiger güllt» gestiftet hatte. Die Abgabe haftete merkwürdigerweise nicht auf einem Acker, sondern auf der «Spillmatten, gelegen zu Beinwil». Leider ist, wie in Jahrzeitenbüchern üblich, das Jahr der Vergabung nicht vermerkt. Diese erfolgte aber sicher vor der Reformation im damaligen Kanton Bern (1528), in katholischer Zeit, als die Beinwiler noch in Pfeffikon kirchgenössig waren.
Wappen der Hintermann von Beinwil am See.
Wappen der Hintermann von Beinwil am See.

Am 18. Mai, so lesen wir im Buch weiter, «fallt jarzit Hans Hindermans von Beinwil». Diesmal dürfte es sich um die Vergabung des Kleinhans gehandelt haben. Besonders aufschlussreich ist der weitere Text: «Hend aber sine kinder, so in Bern Biet wonent, ir teil abzogen und die, so in Lucern Biet wonent, ir teil verordnet an das gotshus, namlich 12 lib. (Pfund) houptguts». Wir erfahren somit, dass einzelne der wohl zahlreichen Kinder des Spenders im Bernbiet, in Beinwil, geblieben, andere aber südwärts in den Kanton Luzern übersiedelt waren. Diejenigen in Beinwil hatten nach der Reformation ihre Zinsen losgekauft, die im Luzernbiet leisteten sie dem Pfeffiker Gotteshaus anteilmässig weiterhin.
Spuren des Hintermann-Zweiges im Kanton Luzern sind uns bisher in den Quellen nicht begegnet. Nachkommen gibt es jedenfalls dort heute keine mehr. In Beinwil aber breitete sich das Geschlecht mit der Zeit stark aus. Nach dem Familienverzeichnis von 1589 zählte das Dorf bereits sieben Hintermann-Familien.